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Ein Reisebericht von Frau Himbert:Meine Reise mit AFRIQUE FUTURE nach Kamerun

Kamerun
Datum:
27. Aug. 2025
Von:
Elisabeth Himbert
Kinder am Brunnen

Eine spannende und aufregende Reise nach Kamerun liegt hinter mir.

Für den Flug von Paris in die Hauptstadt Yaoundé brauchten wir in einer vollbesetzten Boing 777 etwas mehr als 7 Stunden. Die Einreise nach Kamerun war trotz Visum eine Herausforderung. Ein afrikanisches Sprichwort sagt:" Die einen haben die Uhren, die anderen haben die Zeit."  Aber es ging alles gut!

Überwältigend war das Empfangskomitee von Afrique future, das uns mit Obstkörben, gefüllt mit Mango, Bananen, Orangen, Papaya und Ananas, begrüßte. Das Obst aßen wir in den Tagen darauf zusammen mit unseren Gastgebern.

 

Von der ersten bis zur letzten Minute tat sich für mich und unsere kleine Reisegruppe eine fremde Welt auf.

Pfarrer Emmanuel feierte den 40. Jahrestag seiner Priesterweihe. Papst Johannes Paul II. hatte ihn am 11.August 1985 bei seinem Besuch in Kamerun geweiht. Pfarrer Emmanuel hatte uns eingeladen an den Feierlichkeiten, die das Bistum Eseka ausgerichtet hat, teilzunehmen.

Die Dankbarkeit der Menschen für das, was Pfarrer Emmanuel für sie getan hat und immer noch tut, fand ihren Ausdruck in festlichen Gottesdiensten, die in der Regel 2-3 Stunden dauerten. Wirklich unbeschreiblich waren dabei die Tänze und Gesänge, deren Rhythmen auch uns zum Mitmachen animierten! Ich sperrte Augen und Ohren weit auf vor Staunen! So etwas zu erleben!

Pfarrer Emmanuel zeichnet sich durch eine große persönliche Bescheidenheit aus. Der Bischof betonte, dass er erst zu einem Fest überredet werden musste, da er kein Auf-hebens um seine Person wollte.

Für Pfarrer Emmanuel war und ist die Bildung der Kinder und Jugendlichen immer ein großes Anliegen. Sein Lebensmotto ist es, alles dafür zu tun, dass Körper, Geist und Seele sich entwickeln können.

 

Um die entlegenen Dörfer zu erreichen, mussten wir über fast unpassierbare Pisten fahren. Die für uns engagierten afrikanischen Chauffeure wichen gekonnt den tiefen mit Wasser gefüllten Schlaglöchern aus, die nicht selten 50 Zentimeter tief waren.

Der geplante Besuch von NGodi-Si, dem Heimatdorf von Pfarrer Emmanuel, weit abgelegen im Regenwald, musste wegen Unbefahrbarkeit der Piste leider ausfallen.

Unsere Chauffeure brachten uns immer, oft nach stundenlangen Fahrten und bei Dunkel-heit ohne Zwischenfälle in unsere Unterkunft.

 

Die Afrikaner lieben es zu feiern. Manchmal hatte man den Eindruck, dass einer den anderen übertreffen wollte. Und es gab auch Geschenke für Pfarrer Emmanuel, deren Übergabe mit viel Gesang und Tanz zelebriert wurde. So gab es u.a. ein lebendes Schwein, lebende Kaninchen, lebende, Ziegen, Bananenstauden, Flaschen mit Trink-wasser oder Speiseöl, Säcke mit Mais.

Unbeschreiblich war die Freundlichkeit und Offenheit, mit der uns die Menschen begegneten: dem konnte man sich einfach nicht entziehen!

Eine besonders schöne Aktion war es, als Angestellte des Krankenhauses von Afrique Future in einem Slum der Hauptstadt Jaounde/Oliga mittellose Menschen aufsuchten und mit Lebensmittelpaketen beschenkten.

 

Sogar ein Fußballspiel gab es zwischen Priestern des Bistums und Beamten des Staates.Dieses Freundschaftsspiel  (Ergebnis 1:1) war Ausdruck der guten Zusammenarbeit von Staat und Kirche zum Wohle der Bevölkerung in diesem Teil des Landes. Für die angespannte Situation im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im kommenden Oktober war es ein gutes Zeichen, die Fußball verliebten Kameruner nicht zu spalten, sondern zusammenzubringen.Zum großen Vergnügen der Zuschauer verirrten sich 2 Gockel und 3 Hennen auf das Spielfeld und pickten die weiß markierten Linien auf. Mangels einer anderen Möglichkeit hatte man die Spielfeldlinien mit Maismehl gezeichnet. Die Hühner genossen das unerwartete Futter und wir hatten unseren Spaß. Die Spieler nahmen es mit Gelassenheit.

 

Unsere Anwesenheit war nicht nur für Pfarrer Emmanuel persönlich sehr wichtig, wie er betonte, sondern auch in der Öffentlichkeit erregten wir Aufmerksamkeit durch unsere Anwesenheit. Das staatliche Fernsehen begleitete uns teilweise und machte Interviews mit uns für das Abendprogramm.

 

Auch touristische Ausflugsziele standen auf dem Programm: ein Ausflug nach Kribi, dem beliebten Badeort am Atlantik, der Besuch eines Wasserfalls und die Besichtigung des neuen Tiefseehafens von Kribi. In der Hauptstadt  Yaoundé besuchten wir einen Handwerkermarkt, auf dem allerlei afrikanisches Kunsthandwerk angeboten wurde. Beeindruckend war der Besuch der großen Basilika, die als Wallfahrtskirche für ganz Kamerun wahrgenommen wird.

Dadurch, dass man viele Stunden auf fast unpassierbaren Pisten verbringt, war die Zeit für weitere Besichtigungen zu kurz. Unsere afrikanischen Betreuer, alles Angestellte von Afrique future versuchten alles, uns einen schönen und angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen, nicht zuletzt durch das feine afrikanische Essen, wenn wir im Gästehaus waren.

 

Pfarrer Emmanuel hat mir aufgetragen, die gesamte Schulgemeinschaft ganz herzlich von ihm zu grüßen und seinen Dank für die jahrelange finanzielle Unter-stützung von Afrique future auszurichten.

Ich konnte mich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass das Engagement der Edith-Stein-Schule an der richtigen Stelle ankommt und dringend benötigt wird

für den Bau und den Unterhalt der Schulen in Emana und NGodi - Si.

 

... Ich könnte noch so viel erzählen......

Kamerun

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